Niklas in’t Veld – Mandarin Oriental, München

Hervorragend ausgebildete Fachkräfte werden händeringend gesucht. Weitsichtige Ausbilder bestärken Berufseinsteiger, leiten, fördern und begleiten ihre Schützlinge vom ersten bis zum letzten Ausbildungstag – in der Hotellerie oft auch über die Ausbildung hinaus. Viele  Auszubildende erkennen und nutzen ihre Chancen. So wie Niklas in't Veld vom Münchner Mandarin Oriental.

Kochen ist Handwerk. Kochen kann Kunst sein. Doch immer ist professionelles Kochen auch Hochleistungssport. Der Aufstieg zum Küchenchef ist nichts für Spaziergänger. Und obwohl der Kochberuf anstrengend und fordernd ist, gibt es in kaum einer anderen Branche so viele leidenschaftliche Mitarbeiter. Das Netz quillt über vom Tatendrang junger Köche und ihrer Lust am Kochen. Geburtenschwache Jahrgänge und die kontinuierliche Entwicklung, bei der die klassisch duale Berufsausbildung gegenüber dem Studium zunehmend an Boden verliert, veranlassen Unternehmen aller Branchen neu zu denken. Manche locken Berufseinsteiger mit zusätzlichen Extras. Beispielsweise mit bis zu doppelten Ausbildungsgehältern oder einem Firmenfahrzeug.

Doch Gewinner im Kampf um leistungsstarke Bewerber sind die Unternehmen, denen der Ruf vorauseilt, ihre Auszubildenden aktiv am Großen und Ganzen zu beteiligen und zukunftsorientiert zu fördern. Auch bei Wettbewerben, wo Young Professionals ihr Können öffentlich unter Beweis stellen können. Siege werden für sie zum dicken Plus im Lebenslauf. Aber auch auf dem Konto der Unternehmen, in denen sie tätig sind. Als guter Ausbilder öffentlich wahrgenommen zu werden, ist belegbar die beste Werbung für Arbeitgeber im Wettstreit um den Nachwuchs. Eine Ehrung, die in diesem Jahr Niklas in’t Veld ins Mandarin Oriental nach München holte.

Bereits seit zwölf Jahren läutet der Verbund der Selektion Deutscher Luxushotels einmal im Jahr die Glocke. Dann heißt es für alle Auszubildenden "Ring frei für die Besten“. In diesen Ring steigen Azubis aus den Ausbildungsberufen Koch, Hotelkaufmann, Restaurantfachmann und Hotelfachmann.

Im hausinternen Wettbewerb ermittelt jedes Hotel erst seinen Jahrgangsbesten, bevor diese dann in einem großen Finale gegeneinander antreten. Die Aufgaben am Prüfungstag sind anspruchsvoll. Das volle Spektrum von Marketing, Präsentation, Fach- und Warenkunde sowie die Fähigkeit, unter Zeitdruck und in herausfordernden Situationen des Alltags interaktiv zu handeln, zu kommunizieren und zu brillieren. Ein Contest, bei dem es nur Gewinner und Sieger gibt. Keine Verlierer.

Denn alle Teilnehmer gehen aus dem Wettbewerb mit gestärktem Selbstbewusstsein hervor – und sie beginnen so bereits während der Ausbildung, intensiver als andere, sich ihr berufliches Netzwerk aufzubauen. Verstärkt wird diese Chance durch das Angebot der Selektion, jedem Auszubildenden jährlich in einem anderen Schwesterhotel ein Wochen-Praktikum anzubieten, um Einblick in andere Unternehmen und deren Strukturen zu geben. Solche Maßnahmen führen natürlich auch planmäßig dazu, dass die hervorragend ausgebildeten jungen Menschen nach der Berufsausbildung verstärkt in den Reihen der eigenen Gemeinschaft bleiben.

Da die Kochausbildung ganz eigene Anforderungen stellt, hat die Selektion Deutscher Luxushotels in diesem Jahr einen weiteren Wettbewerb, eigens für ihre Schützlinge im Ausbildungsberuf Koch, ins Leben gerufen. Austragungsort für das erste Finale, in dem wie üblich die besten aus den neun Häusern gegeneinander antraten, war das Fairmont Vier Jahreszeiten in Hamburg, Hier stand für jeden der gleiche Warenkorb bereit, um daraus ein 3-Gänge-Fingerfood- Menü vor den Augen einer kritischen Expertenjury zu kreieren. Hoteldirektor Karl Nüser (Nassauer Hof), selbst ein gelernter Koch, drei Foodjournalisten, der Leiter des Frischeparadies Hamburg und die beiden Sterneköche Paul Stradner (Brenners Park-Hotel & Spa) und Mirko Gaul (Excelsior Hotel Ernst) bewerteten Geschmack, Optik, Kreativität, Sorgfalt und Sauberkeit, sowie die Einhaltung des Zeitrahmens und der Portionsgrößen. Doch bevor es für die Zubereitung in die Küche ging, überraschte Christoph Rüffer, Fairmont- Küchenchef und 2-Sternekoch, die Wettbewerbsteilnehmer am Morgen nach dem Frühstück mit einem Ausflug – und einer kreativ zu lösenden Zusatzaufgabe. Als alle neun in den Hotelbus eingestiegen waren, erfuhren sie, wohin die Fahrt geht: zum Frischeparadies Hamburg. Hier sollte jeder eine einzige Zutat zusätzlich auswählen, die das i-Tüpfelchen auf sein zu kreierendes 3-Gänge-Menü setzen würde.

Am Ende des Tages hatte Niklas in’t Veld die meisten Punkte auf seinem Konto gesammelt. Der 20-Jährige aus dem Mandarin Oriental München siegte vor Joseph Jung aus dem Hotel Schloss Fuschl und Kevin Cloudt aus  dem Excelsior Hotel Ernst.

© STERNKLASSE-Magazin 2015