Nassauer Hof – Wiesbaden

Reportage "Nassauer Hof Wiesbaden" Herr Nüser und sein Team / Die Ente vom Lehel Herr Kammermeier

Unzählige junge Menschen sind an Karl Nüsers Seite gewachsen. Viele haben es weit gebracht. So wie Cyrus Heydarian, der General Manager des Hotels Breidenbacher Hof in Düsseldorf. Dem Abitur ließ Heydarian eine Ausbildung bei Nüser im Nassauer Hof folgen. Heute sitzen Nüser und Heydarian nebeneinander, wenn sich die Direktoren der Selektion Deutscher Luxushotels zum Austausch treffen.

Dieser Crème de la Crème der deutschen Hotellerie gehören nur sechs weitere Hotelchefs in Deutschland und einer in Österreich an.

Sie sind rasch aufgezählt: Frank Marrenbach (Brenner’s Parkhotel in Baden-Baden), Ingo C. Peters (Vier Jahreszeiten in Hamburg), Wolfgang M. Greiner (Mandarin Oriental München), Robert Petrovic (The Ritz-Carlton, Berlin), Tim Hansen (Grand Hotel Heiligendamm), Henning Matthiesen (Excelsior Hotel Ernst, Köln) und Paul J. Kernatsch (Hotel Schloss Fuschl, bei Salzburg).

Karriere gemacht hat im Nassauer Hof – und über Wiesbaden hinaus – auch Harald Schmitt, seit Ende 2010 ist er Hoteldirektor der Yachthafen Residenz Hohe Düne in Rostock. Ein 5-Sterne-Hotel mit 11 Restaurants und fast 400 Zimmern. Davor war der gelernte Koch und Küchenmeister 24 Jahre im Nassauer Hof tätig. Stieg vom Küchenchef zum F&B Manager auf, dann zum Hoteldirektor und zu Nüsers Stellvertreter. Wollte Nüser jemals alle seine ehemaligen Schützlinge, die heute in Führungspositionen tätig sind, besuchen, hätte er eine ausgedehnte Weltreise und jede Menge Traumstrände, Businesszentren und Luxushotels vor sich.

Langatmige Ausschweifungen sind im Gespräch mit Karl Nüser nicht zu erwarten Er ist von klarer Direktheit. Ob beim Gang durchs Restaurant, „Tisch 34 wackelt“, oder im Interview, wo er Gedanken druckreif auf den Punkt formuliert. Früh hadert er mit der Atomisierung der Branche, in der jeder eigene Interessen verfolgt, aber nur wenige für die Gemeinschaft. Nüser engagiert sich, wenn er Möglichkeiten erkennt, Dinge in Bewegung zu setzen und zu verändern. Beispielsweise als junges Mitglied in der Selektion Deutscher Luxushotels, dessen Vorsitz er über viele Jahre führte, im Rhein- Main-Verbund der 5 Sterne-Hotellerie für bessere Ausbildungsbedingungen oder im Hessischen Landesverband des Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband), von wo er gerade nach einer Sitzung zurückkommt. Diskutiert wurde der seit Jahren anhaltende Rückgang der ländlichen Gastronomie.

Deren Wirtschaftlichkeit wurde vielerorts durch die Einrichtung von Gemeindefestsälen unterminiert. "Jetzt wird der Unterhalt der Festsäle zum Problem für die öffentlichen Kassen, die Gastronomie soll sie übernehmen, aber die ist aus vielen Gemeinden abgewandert“, fasst er das Problem in einem Satz zusammen.

Gespräche und Begegnungen mit Karl Nüser bleiben im Gedächtnis. So auch diese: Der Hoteldirektor hatte Gäste und Pressevertreter zu einem besonderen Fest mit Dresscode persönlich in den Nassauer Hof eingeladen. Erbeten war eine dem Abend angemessene Kleidung. Spannungsgeladen flimmert die Luft, als zur vorgesehenen Zeit kostbare Perlenketten und extravagante Cocktailkleider Arm in Arm mit dunklen Anzügen durch die Lobby flanieren. Richtung Ente, zum Gourmetrestaurant des Hauses – zur kulinarischen Institution.

Wer regelmäßig mit Silberbesteck isst, kennt sie schon aus Zeiten, als sie noch „Die Ente vom Lehel“ hieß. Nach Champagneraperitif, kleinen Häppchen und launigen Worten rücken gute Geister mit fröhlichen Gesichtern den Gästen höflich die Stühle zurecht. Die elegante Gesellschaft ist in bester Stimmung. Bald sind alle Stühle besetzt. Bis auf einen. Er habe die Einladung eben erst von seinem Vater (Chefredakteur einer bekannten Zeitung) bekommen, stellt sich ein junger Mann, atemlos von der eigenen Eile, quasi entschuldigend nach der Vorspeise vor. Dann besetzt er rasch den letzten freien Stuhl und verstaut seine Jeansbeine unter dem Tisch. Nur sein senffarbener Rollkragenpullover bleibt oberhalb des blütenweißen Tischtuchs und sorgt dafür, dass er hervorsticht wie ein Zebra auf einem Parcours für Dressurreitpferde. Keine fünf Minuten später – nach einem kurzen Gespräch Auge in Auge mit Karl Nüser – ist der Platz wieder frei. Mut zu klaren Worten muss man als Hoteldirektor wohl haben.

Aber immer mit Diskretion. In besonders hohem Maße brachte ein Vorgänger Mut auf. Hoteldirektor Bieger, kein Freund der NSDAP, ließ die Gauleitung Ende der 1930er Jahre auf deren Anfrage wissen: „Wenn sich der ,Führer‘ und die Herren seiner Begleitung der Würde des Hauses entsprechend benehmen, sind sie willkommen.“ Hitler kam nie in den Nassauer Hof. Leider kann man Atmosphäre nicht fotografieren. Unvorstellbar, dass hier im Nassauer Hof ein asiatischer Gast vermeintlich cool die Füße auf den Tisch legen könnte, wie neulich in dem so wunderbaren Grandhotel Des Iles Borromees am Lago Maggiore. Noch unvorstellbarer, dass alle vorbeigehenden Mitarbeiter dies stillschweigend übersehen könnten; in Stresa wurde es verwundert zur Kenntnis genommen. Im Nassauer Hof wird der Grundsatz "Der Gast hat ein Recht auf Qualität!" gelebt; er ist nicht nur ein Lippenbekenntnis. Nonchalance und Stil verdichten sich zur selbstverständlichen Atmosphäre von liebenswürdiger Lässigkeit und Haltung. Anlässlich des Gipfeltreffens von Zar Nikolaus II. und Kaiser Wilhelm II. erhält das Grandhotel den Titel „Balkon Europas“. Heute ist es, mehr denn je, Wiesbadens beste Stube in erstklassiger Lage. Eine elegant eingerichtete Begegnungsplattform für alle Gesellschaftsschichten, eine halbe Flaniermeile visà-vis des prächtigen Kurhauses.

Dessen Pracht beschreibt schon Goethe 1814 fast enthusiastisch in schillernden Farben, während der russische Schriftsteller Dostojewski es 1865 doch eher mit düsteren Gefühlen verlässt, nachdem er mal wieder ein Vermögen in der Spielbank verloren hat. Ob ihn seine Logis im Nassauer Hof aufgeheitert hat, ist nicht überliefert. Ein Gutes hat es dennoch für Dostojewski und die Nachwelt. Er verarbeitet seine Spielverluste im Roman „Der Spieler“ und wird weltberühmt.

Unter Glockengeläut jubeln im Herbst 1897 auf dem gleichen Abschnitt zwischen Grandhotel und Kurhaus Hunderte Fahnen und mehrere Tausend Menschen Kaiser Wilhelm II. zu, der mit allem majestätischen Pomp angereist ist, um das Denkmal des Vaters Friedrich III. einzuweihen. Finanziert von Wiesbadener Bürgern, erinnert das Denkmal vor dem Nassauer Hof bis heute an den Kaiser mit der kürzesten Regentschaft. Friedrich erliegt nach nur 99 Regierungstagen seinem Kehlkopfkrebs. Er stirbt, ohne Geschichte zu schreiben.

Der Erste Weltkrieg bringt viel Leid. Das damit verbundene Ende der Monarchie und der Niedergang der Aristokratie krempeln die Gesellschaft um. Jedoch erstarken 1921 mit dem „Wiesbadener Abkommen“ die Kräfte derer, die sich im neuen Wirtschaftssystem schnell und gut zurechtfinden. Der Mülheimer Unternehmer Hugo Stinnes ist einer von ihnen. Sein aus eigener Kraft erschaffenes Imperium wächst aus Papier, Stahl, Braunkohle, Öl, Zucker und Banken. Über 400 Handels- und Verkehrsgesellschaften hinterlässt er 1924 sowie einige luxuriöse Hotels.

Das Carlton in Frankfurt, das Atlantic in Hamburg, das Esplanade in Berlin und – den Nassauer Hof in Wiesbaden. Dem rasch ansteigenden Autoverkehr trägt seine Gesellschaft Rechnung; so baut die Hugo Stinnes GmbH noch vorhandene Stallungen am Nassauer Hof zur Großgarage um. Einige Suiten und Hotelzimmer müssen weichen, alle Gästezimmer bekommen Bäder. In der dritten und vierten Hoteletage werden Wohnungen eingerichtet. Eine Maßnahme, die auch das New Yorker Waldorf Astoria einige Jahrzehnte später vollzieht und die dem Nassauer Hof in absehbarer Zukunft möglicherweise erneut bevorsteht.

Marktuntersuchungen und erste Pläne wurden bereits erstellt – für Apartments ab 150 Quadratmetern, mit Blick zur Wilhelmstraße. Gedacht für Residenten, die das volle Leistungsangebot des Grandhotels vom Valet Parking bis zum Leading Spa nutzen können. Im Zweiten Weltkrieg werden die geplünderten Zimmer mit spartanischen Betten ausgestattet. Der Hotelbetrieb wird 1940 eingestellt, als die Waffenstillstandskommission ins Haus einzieht.

Vier Jahre wird die Kommission bleiben, aber leider erfolglos verhandeln. Albert Wachs, der erste Nachkriegsdirektor, beginnt Ende 1946, im Auftrag der Firma Stinnes, mit dem Wiederaufbau des ausgebrannten Nassauer Hofs, dessen Barock-Fassade aber Gott sei Dank erhalten blieb. Einige Zimmer entstehen, mehr provisorisch als luxuriös. Als einen der ersten Mitarbeiter stellt Wachs den alten Barchef Leo Weißgruber wieder ein. Mit gutem Grund. Die Beliebtheit des Barmanns, ein Menschenversteher, der seinen Arbeitsplatz gern als „Beichtstuhl ohne Gitter“ beschreibt, ist groß. Sie führte sogar dazu, dass er nicht an die Front musste, obwohl er kurz vor Kriegsende 1944 noch einen Einberufungsbescheid erhielt. Als Leo plötzlich weg war, setzte einer der Generäle der Waffenstillstands- Kommission alle Hebel in Bewegung, die Einberufung rückgängig zu machen, und holte Leo, auf den er nicht verzichtenwollte, tatsächlich an den Bartresen zurück.

Bis zur Währungsreform im Juni 1948 sind 25 Fremdenzimmer in Betrieb. 1949 wird die Spielbank wiedereröffnet. Das Deutsche Wirtschaftswunder spült Wohlstand durch alle Gassen. Schon 1952 feiert die Wiesbadener Gesellschaft wieder über dreißig Bälle im Nassauer Hof, und Wiesbaden entwickelt sich zur Filmstadt. Besucher wie Gary Cooper, Alain Delon und Co. machen wirkungsvolle Tourismus-PR. Araber entdecken die Heilkraft der Thermalquellen. Sie kommen zum Kuren mit großem Gefolge und Truhen voller Bargeld. Die in den USA 1950 eingeführte Kreditkarte ist damals in Europa noch nicht bekannt.

1980 übernimmt Karl Nüser das Ruder von Gianni van Daalen, der 1997 als Hoteldirektor das neue Adlon in Berlin wiedereröffnen wird. Van Daalen hatte, bevor er ging, noch den Deal mit Hans-Peter Wodarz eingefädelt. Und der Nassauer Hof hatte der herannahenden „Ente vom Lehel“ ein feines Nest eingerichtet. So ziehen 1979 das Restaurant „Ente vom Lehel“ und sein „Enten-Vater“, Küchenchef und Patron Wodarz, von München nach Wiesbaden. Sie landen mit einem kulinarischen Erdbeben. Bald nach ihrer Ankunft setzt nahezu jedes Restaurant im Land Wodarz „Dialog der Früchte“ auf die Karte; Zeitungen und Magazine überschlagen sich mit Berichten über die „Ente vom Lehel“ und über ihre Macher. Genussfreudige Gourmets, Entrepreneurs, Künstler und Politiker reisen quer durch Deutschland, Europa und die Welt, nur um in der Ente zu dinieren oder sich neben dem ersten deutschen A-Promi-Koch, Hans-Peter Wodarz, fotografieren zu lassen.

Berühmtheit erlangt im Zuge des Mediensogs auch Enten-Sommelier Harald Frenzel. Der ist zwar noch blutjung, weiß aber schon ausgesprochen gut mit Medien umzugehen – und ist geschäftstüchtig. „Vom Erfolg dieser Zeit profitieren wir heute noch“, sagt Karl Nüser, und dass die Marketingeffekte niemals bezahlbar gewesen wären. Die Frage nach dem heutigen Verhältnis zu Wodarz und Frenzel beantwortet er in typischer Nüser-Manier, auf den Punkt gebracht mit einem Satz: „Ich bin mit beiden befreundet.“ Mit Gastfreundschaft geht der Hotelie bekanntlich großzügig um, ja, man könnte auch sagen, verschwenderisch – mit dem Begriff "Freundschaft" nicht.

„Wenn Sie mir heute zehn Millionen Euro geben, habe ich sie morgen verbaut, und Sie sehen nicht einmal etwas davon“, ein Satz von Karl Nüser, den er anlässlich seiner Auszeichnung mit dem Special Award 2014 sagt. Ein Preis, den der Matthaes Fachverlag jährlich seit 25 Jahren vergibt, an einen Hotelier für sein Lebenswerk als Macher, Gestalter und Gastgeber par excellence. Eigentlich will die Stinnes AG den Nassauer Hof Anfang der 1980er Jahre verkaufen, doch Karl Nüser überzeugt die Verantwortlichen vom Gegenteil: zum Investment von 30 Millionen D-Mark. Von dieser Summe werden auch damals schon Riesenbeträge unsichtbar verbaut.

Sichtbar auf das bevorstehende 21. Jahrhundert getrimmt, wird der innenarchitektonische Charme des Nassauer Hofs, während zeitgleich im Hinterhof alte Nebengebäude abgerissen werden– für einen Neubau mit Wirtschafts-,Lager-, Personal- und Sozialräumen. Mit dem höchsten Thermalbad der Stadt im fünften Stock. Was für ein Blick über Wiesbaden! Was für ein Spa – nur das Wort gab's im Sprachgebrauch der 1980er Jahre noch nicht. Mit finnischen Saunen, Außenterrasse und Fitness-Center.

Nachts leuchtet der Wellness-Pool weit sichtbar über den Dächern. Diese Signalwirkung war geplant. Knapp zwei Millionen D-Mark fließen allein in die Technik für die Wiederbelebung der alten Brunnenrechte, die aus der Vor- Grandhotel-Zeit stammen – damals, als Napoleon noch lebte und der Nassauer Hof noch eine „Weinwirtschaft mit Fremdenlogis“ war. Jede Minute sprudeln seither 27 Liter Wasser aus der Thermalquelle, 67 Grad Celsius heiß und gesundheitsfördernd. Spa-Manager ist seit 22 Jahren Thomas Bonk. „Der Mann mit den magischen Händen“ ist staatlich geprüfter Physiotherapeut und auch eine Wiesbadener Institution. Erste Anlaufstelle für Sportler und Bürosportler bei Rücken-, Nacken-, Kopfschmerzen und Verspannungen. Vielen Stammgästen ist eine Behandlung bei ihm regelmäßig eine Reise wert.

2000 will die Stinnes AG den Nassauer Hof erneut verkaufen. Karl Nüser soll einen Käufer finden. Schlafarme Nächte und zahlreiche Gespräche folgen. Nüser ist mit Anfang 50 zu jung für den Ruhestand, und sein Lebenswerk ist noch nicht abgeschlossen. Die Lösung: Er veräußert das Gebäude an einen geschlossenen Immobilienfonds von E&P und gründet mit einem Partner eine Betriebsgesellschaft, die den Nassauer Hof von der neuen Eigentümerin pachtet. Nüser bleibt Hoteldirektor, ist jetzt als Geschäftsführender Gesellschafter auch finanziell in der Verantwortung. Etwa sechs Prozent vom Umsatz fließen jährlich in Renovierungen und bauliche Optimierung. In Zahlen ausgedrückt: 18 Millionen Euro in den vergangenen 13 Jahren. 2005 wird der' Nassauer Hof als erstes Hotel in Deutschland mit „Fünf Sterne Superior“ klassifiziert.

Über seinen Eigenanteil am Erfolg verliert Nüser in unserem Gespräch kein Wort. Wenn er über Erfolg spricht, sagt er Sätze wie „Ich hatte das große Glück, immer mit einem tollen Team zusammenarbeiten zu dürfen“ oder „Persönlichkeiten wie Harald Schmitt und Hans- Peter Wodarz haben viel zum Erfolg beigetragen“. Sein Führungsstil in einem Satz: „Jeder Mitarbeiter muss sich auch als Unternehmer verstehen“. So rät er seinen Führungskräften, nicht immer mit Erfolg, gute Leute ziehen zu lassen. Sie beim nächsten Karriereschritt außerhalb des Nassauer Hofs zu unterstützen. Aber wer verzichtet schon freiwillig auf seine besten Kollegen? Nüser selbst lässt gern und häufig seine guten Beziehungen spielen. „Die Dankbarkeit kommt zu einem zurück“, weiß er aus Erfahrung, und „die Kooperation der Leading Hotels bietet weltweit großartige Möglichkeiten, spannende Arbeitsplätze und hervorragende Karrierechancen“.

Gerade eben hat er Anne Rössler – „ein großes Talent“ – den Weg nach Florida geebnet. Die frisch ausgelernte Hotelfachfrau füllte nach der Abschlussprüfung vorübergehend die Lücke zwischen dem Weggang des Human Resources Managers und dem Kommen des neuen. Sie tat es beherzt und erfolgreich. „Es ist deshalb so gut gelungen, weil man mir viel Vertrauen entgegengebracht hat.“ 18 Monate will sie in den USA bleiben. Sie kann sich gut vorstellen, irgendwann in den Nassauer Hof zurückzukehren. Friedrich III. wird da sein – Karl Nüser vielleicht nicht mehr. Er plant, in etwa zwei Jahren aufzubrechen. Dann wird er mit der roten Ente abfahren, mit der er damals ankam. Ente gut – alles gut!

KARL NÜSER

hat für seinen Einstieg ins Hotelfach den Kochberuf gewählt. Und er wurde es heute wieder so machen – oder sich zum Restaurantfachmann ausbilden lassen.

Damals wischt er wie alle Kochlehrlinge beim ersten Zwiebelschneiden heimlich Tränen weg, beisst die Zähne zusammen – träumt vom Erfolg. Die Karriereleiter klettert er danach im Sauseschritt hoch. Gerade mal 32 Jahre alt ist Karl Nüser, als er seine knallrote Citroen-Ente Richtung Wiesbaden zum Hotel Nassauer Hof lenkt. Kurz darauf übernimmt er die Hotelleitung und wird es verstehen, immer wieder die Besten ins Haus zu holen; es spricht sich herum, dass er Talente fordert. Sein Credo: "Wir kämpfen um jeden Gast." Sein Team: Persönlichkeiten aus 32 Nationen, Optimisten, Weltbürger, Gewinnertypen. Charaktere, die ihm ähnlich sind.

© STERNKLASSE-Magazin 2014