Hotel Lido Palace – Ein modernes Schloss am Gardasee

Der Hauch der Geschichte lebt in den Mauern von Grandhotels. Ihn mit dem Zeitgeist von heute zu verbinden, gelingt dem Hotel Lido Palace 1899 nicht nur optisch. Gäste wie Thomas Mann würden wiederkommen – und sich wohlfühlen!

Für den Münchner ist der Gardasee sein Sylt. Auch der FC Bayern hat Geschmack an der Gegend und diesem kleinen Grandhotel gefunden. Schon mehrfach schlug die Mannschaft in Riva del Garda das Trainingslager auf.

Gewisse Oldtimerfans und Sportwagen-Fahrer beziehen ein Hotelzimmer nur, wenn der Schlafplatz für den kleinen Liebling standesgemäß und videoüberwacht ist. Auch Paparazzi-Gejagte wählen die Unterkunft nach Sicherheitsstandards – was nicht bedeutet, dass sie sonstige Luxus-Erwartungen herunterschrauben. Wo die erste Mannschaft des FC Bayern mit Trainer Pep Guardiola ein Trainingscamp bezieht, dort ist alles fein. Da spielt großes Hotel-Kino, so wie in Riva del Garda im Lido Palace 1899.

Bereits vor hundert Jahren lockt das milde Klima und die Seeluft viele Berühmtheiten in die Region, zum nördlichsten Teil des Gardasees. Das kleine Grandhotel ist damals Plan einer örtlichen Entwicklungspolitik, deren Strategie aufgeht. Die Habsburger, amerikanische Millionäre wie die Vanderbilts, Intellektuelle, Künstler und Schriftsteller wie Franz Kafka beziehen hier zur Sommerfrische Quartier. Auch Thomas Mann findet ins Lido Palace 1899. Auf seinen Reisen ließ sich der Nobelpreisträger bekanntlich ebenso wie Ernest Hemingway von einem exquisiten Hotelgeschmack leiten.

Irgendwann verblasst der Glanz, in Europa beginnt der Krieg und im Lido Palace 1899 gehen Lichter und Öfen aus. Für viele, viele Jahre. Ein erster Neustart 1995 versandet im Nichts. Erst der zweite 2006 weckt das Dornröschen-Hotel. Die neuen Besitzer sind keine Branchenfremde, sie betreiben am Ort bereits erfolgreich das Du Lac et Du Parc, ein Grand Resort mit vier Hotelsternen und mehr als 250 Zimmern. 20 Millionen Euro, so heißt es, lassen sie in Dornröschens Schönheitsoperation fließen, um das historische Gebäude zu erhalten und gleichzeitig den Zeitgeist des 21. Jahrhunderts ins Haus zu holen. Keine leichte Aufgabe für den Operateur. Ausgewählt wird hierfür Architekt Alberto Cecchetto, Professor an der Universität Venedig, der eine zusätzliche Etage ganz aus Glas auf das Dach des Hauses setzt und massiv Kupfer zum Einsatz bringt für imposante Anbauten, Tore und Abtrennungen. Damit bekommt das Lido Palace 1899 einen zweiten Gesichtsausdruck, und damit verbindet der Professor das 20. und 21. Jahrhundert ohne den Lidstrich von falscher Nostalgie oder rücksichtslosem Zeitgeist. Über dem neuen Restaurantanbau schwebt ein riesiges Kupferdach. Es zieht sich über das davor liegende „Außendeck“. Dort, wo man sich mit einem Glas Champagner in der Hand wie der Luxusgast auf einem mondänen Kreuzfahrtschiff fühlt; oder besser noch mit einem Bellini, den niemand besser als Barchef Domenico Zannotti ins Glas bringt. Das Schwimmbad zu Füßen, mit Blick auf Hafen und See.

Die 36 Zimmer und sechs Suiten sind sachlich, reduziert und sehr edel eingerichtet; ein modernes Heim für Ästheten. Atemberaubend ist der Blick aus den Suiten in der neuen Glas-Etage. Dem Spa mit zehn Behandlungsräumen und einer Spielfläche von über 1.500 Quadratmetern ist nichts hinzuzufügen. Perfekt ist das Fitnesscenter eingerichtet, selbst für Sportprofis. Daneben die Sauna, Türkisches Bad und beheizter Innenpool sowie ein 30 Meter langes Becken für den Lang streckenschwimmer. Für den Langstreckenläufer ist der Gardasee da. Ein Privatweg führt vom „Außendeck“ in drei Minuten dorthin. Der Hotelzimmerschlüssel öffnet die Kupfertore, Kameras sichern das Gelände – in zehn Minuten ist man zu Fuß in der Altstadt. Sportlich sind die Gäste gekleidet; man macht hier Urlaub und zieht höchstens am Abend ein Jackett über. Das Luxuriöseste an diesem kleinen Grandhotel sind jedoch die Mitarbeiter, und für die hat Direktor Gabriele Galieni ein gutes Händchen. Obwohl ihre Arbeitskleidung formell ist, bewegen sie sich lässig entspannt durch den Tag und immer auf den Gast zu. Das ist eine Kunst, die selten beherrscht wird. Deshalb fühlen sich auch Millionäre wie die Bayern-Stars hier wohl. Steif sein kann jeder. Aber solche Mitarbeiter stellt Galieni nicht ein.

© STERNKLASSE-Magazin 2014